Offene Auswertungs- und Diskussionsveranstaltung am 29. November auf dem Projektschiff Freibeuter

Am 9. November marschierten etwa 100 Nazis vom Hauptbahnhof durch das Regierungsviertel und wieder zurück. Unser Ziel war es durch Massenblockaden mit möglichst vielen aktionsorientierten Menschen den Naziaufmarsch zu verhindern. Um die Ereignisse des Tages nachzubereiten laden wir nun für den 29.11.2018 unter dem Motto „Wie geht es weiter nach dem Naziaufmarsch am 9. November?“ zu einer offenen Auswertungs- und Diskussionsveranstaltung  ab 19 Uhr auf dem Projektschiff Freibeuter ein. Bereits ab 18 Uhr wird die „Kulturkombüse“ gegen Spende eine vegane Küche für alle (Küfa) anbieten.

Für den 9. November 2018, dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht, meldeten die bekannten Neonazis Enrico Stubbe und Kay Hönicke zum wiederholten Mal einen Aufmarsch des rechtsextremen Vereins „Wir für Deutschland“ (WfD) durch Berlin an. Dabei wollten sie nicht nur durch das Regierungsviertel marschieren, sie kündigten zudem die kurzfristige Anmeldung einer Zweitroute an, die „den Linken sehr weh tun wird“. Wir fanden uns als antifaschistische Initiative zusammen, um  möglichst viele aktionsorientierte Antifaschist*innen zu mobilisieren und den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern.

Letztendlich stellten sich die großmauligen Ankündigungen von Stubbe und Hönicke als heiße Luft heraus. Nur gut 100 Nazis reisten zum Washingtonplatz als Auftaktort an. Der angekündigte Marsch durch einen linksalternativen Stadtteil fiel gänzlich aus. Dennoch marschierte die kleine Nazitruppe beschützt durch ein Großaufgebot der Polizei durch das weiträumig abgeriegelte Regierungsviertel. Nur am Ort der Zwischenkundgebung in der Nähe des Brandenburger Tors und am/im Hauptbahnhof gelangen erkennbare Gegenaktionen. Zudem erschwerte das durch die Gerichte gekippte Verbot des Naziaufmarschs durch Innensenator Geisel die Organisation der Gegenaktionen wesentlich. Bis zum Naziaufmarsch war weder die Hauptroute der Nazis bekannt, noch klar, ob es eine Zweitroute geben würde.

Unser Blockadekonzept basierte auf Massenblockaden mittels vorher festgelegter und bekannter Blockadepunkte. Dieses erfordert viele blockadebereite Menschen und einzelne zumindest zeitweise frei zugängliche Stellen auf der Naziroute. Da WfD nur eine kurze Strecke innerhalb des komplett abgeriegelten Regierungsviertel lief, konnten wir unser Konzept nicht zum Einsatz bringen. Unsere aufgebaute Aufklärungs- und Informationsstruktur war trotzdem den ganzen Tag im Einsatz und informierte über einen ständig aktualisierten Aktionsticker. Wir wollen nun die Ereignisse des Tages nachbereiten und mit Euch über Eure Erfahrungen diskutieren. Wir erhoffen uns davon weitere Erkenntnisse, wie es nach dem Naziaufmarsch weiter gehen kann.

Beteiligt Euch an den Diskussionen und kommt zu unserer offenen Auswertungs- und Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, 29.11.2018 ab 19 Uhr auf das Projektschiff Freibeuter in der Rummelsburger Bucht. Oder genießt schon ab 18 Uhr die leckere vegane Küfa der Kulturkombüse gegen Spende.

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